Demut

In unserer heutigen Zeit hat Demut leider sehr viel an Bedeutung verloren, da sie fälschlicherweise oft mit Demütigung, Unterdrückung und Selbsterniedrigung verbunden wird. In dem nachfolgenden Text möchte ich aufzeigen, dass dem nicht so ist, sondern Demut viel mehr mit Dankbarkeit, Mut und Befreiung zu tun hat und dass sie vor allem auch eine Geistes- und Lebenshaltung ist.

Albert Schweitzer bezeichnete die Demut einmal als “die Fähigkeit auch zu den kleinsten Dingen des Lebens” emporzuschauen. Um dies zu tun, müssen wir uns im geistigen Sinne nach unten begeben und Bescheidenheit üben. Wenn wir unsere Ansprüche zu hoch setzen und unseren Blick nur nach oben richten, werden wir die kleinen Dinge nicht wirklich sehen können, sie werden uns verborgen bleiben. Sind wir aber demütig, erweist sich das, was auf den ersten Blick klein scheint oft als wunderbar und groß. Dann werden wir diese Kleinigkeiten als etwas Besonderes ansehen, auch in dem Wissen um unserer eigene Geringfügigkeit und Kleinheit, verglichen mit der Größe Gottes. Zum Beispiel ein kleiner Stein, eine blühende Blume oder ein Schmetterling – das alles sind auf den ersten Blick kleine Dinge, von welchen aber jedes einzelne Gottes wunderbare Schöpfung offenbaren kann. Weiterlesen

Staunen

Die Menschen reisen in fremde Länder
und staunen über die Höhe der Berge,
die Gewalt der Meereswellen,
die Länge der Flüsse,
die Weite des Ozeans,
das Wandern der Sterne.
aber sie gehen ohne Staunen
aneinander vorbei.

Aurelius Augustinus

Können wir noch Staunen und was lässt uns staunen? Diese Frage lässt sich natürlich nicht allgemein sondern nur individuell beantworten, aber wenn wir staunen, dann ist es doch meist so, wie es in dem Zitat von Aurelius Augustinus beschrieben ist.  Wir staunen über so vieles in der Welt, aber an unseren Mitmenschen gehen wir oft achtlos vorbei.

Aber sind nicht auch unsere Mitmenschen zum Staunen?
In ihrem Leben, ihrem Wesen, ihrer Vielfalt und ihrem Sein. Manche Menschen sind sich ähnlich und doch ist keiner ganz gleich. Jeder ist ein Individuum mit eigenen Vorlieben, Interessen, Gedanken, Talenten und eigenem Aussehen. Manches ist sofort erkennbar, anderes muss entdeckt werden. Wenn wir versuchen den MENSCH hinter dem  äußeren Menschen zu sehen, werden wir bestimmt vieles entdecken, das auf dem ersten Blick nicht erkennbar war und ich bin mir sicher, dass uns so  manches in Erstaunen versetzen wird.


 

 

 

 

Ein gewaltiges Stückchen

So hat auch das Gute seine Zeit und wenn man sich selbst Zeit lässt und diese Tatsache im tiefsten Innern annimmt, so wird man hörig für die vielen schönen Dinge, die bereits um einen sind. So empfinde ich gerade tiefe Dankbarkeit für viele Dinge. Dass ich genug Essen habe, Augen und Ohren besitze. Lachen und Atmen kann, ohne dass es weh tut. Die Farben in der Natur wie ein kleines Kind bewundern kann. Töne und Klänge auf der Haut spüre, an Menschen denken darf, die mir wichtig sind und die Gedanken an diese Seelen mich mit Wärme erfüllen und mit der Neugier, weitere dieser Seelen da draußen kennenlernen zu dürfen mit Gottes Erlaubnis. So danke ich Dir dafür, dass Du solch eine Seele bist. Aus der Menschheit ein gewaltiges Stückchen, ein Geschenk. :)

Was man besitzt, das sieht man nicht und davon weiß man kaum
(Hermann Hesse)

Abraham – gestern und heute

Abraham spielt sowohl im Judentum, als auch im Christentum und im Islam, ein sehr große Rolle und dient uns in allen der drei monotheistischen Religionen als Beispiel, sowohl im Leben als auch im Glauben. Nachfolgend ein kleine  Zusammenfassung der Dinge, die wir meines Erachtens nach auch heute noch von Abraham lernen können: Weiterlesen

Sichtweise

Zwei Gefangene sahen durch Gitter in die Ferne.
Der eine sah nur Schmutz, der andere die Sterne
.
(unbekannt)

Ist somit alles nur eine Frage der Sichtweise?

Was sehe ich wenn ich sehe?
Sehe ich den Schmutz, oder sehe ich die Sterne?

Was höre ich wenn ich höre?
Höre ich nur die Misstöne des Schmutzes oder lausche ich der Melodie der Schönheit?

Was fühle ich, wenn ich fühle?
Lasse ich mich vom Schmutz berühren oder von der Schönheit überwältigen ?

Der Schmutz ist genauso wahr wie die Schönheit und auch das Grau im Leben ist wichtig, denn nur dort kommen die bunte Farbtupfer des Lebens zur Geltung. In einem bunten Bild wären sie nicht zu erkennen und nichts Besonderes. Im Grau leuchten sie auf und können uns positiv berühren und Freude schenken. Dann liegt es allein an mir, ob ich auf die Farbtupfer sehe ,oder meinen Blick im Grau verharren lasse.

Wortlos

Immer wieder einmal kann es passieren, dass ich wortlos bin und ohne Worte bete. Nicht weil ich nichts zu sagen hätte, sondern weil ich manchmal vieles von dem, was in mir ist, nicht in Worte fassen kann. Weil ich nicht die richtigen Worte finde für meine Ängste, meine Hoffnungen, meine Freude, meine Trauer und für meine Dankbarkeit. Oftmals bitte ich Gott dann, er möge mir Worte schenken. Worte mit welchen ich all das ausdrücken und aussprechen kann, was mich ausfüllt. Aber muss ich wirklich immer alles aussprechen? Kennt Gott nicht meine Gedanken und weiß Er nicht schon längst, was ich sagen möchte noch bevor ich es ausspreche?
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Wieso statt nichts nur eine Sache?

von Özlem Çakır

Die Atheisten empfinden im Allgemeinen eine Abneigung, wenn Ereignisse mit dem Schöpfer verbunden werden. Sie stört bereits das kleinste Zeichen, das die Existenz eines Schöpfers hervor bringt. Der Gläubige hingegen empfindet gegenüber den Schöpfungen seines Schöpfers, bei den Naturphänomenen und ihrer Schönheit eine tiefe Freude und erzählt über ihre Pracht. Doch wenn Menschenhand dazwischen kommt wird meistens der gnädige Schöpfer vergessen.

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