Das Streicheln der Seele

Siehst du nicht, wie Gott das Gleichnis vom guten Wort anführt? Er vergleicht das gute Wort mit einem guten Baum, dessen Wurzeln fest in der Erde liegen und dessen Äste hoch in den Himmel ragen. Er trägt seine Früchte mit Gottes Erlaubnis zur bestimmten Zeit. Gott führt Gleichnisse für die Menschen an, damit sie sich Gedanken machen. Ein schlechtes Wort aber ist wie ein schlechter Baum, der aus der Erde entwurzelt ist und keine Festigkeit hat.
(Koran 14:24-26)

Frieden,

Unsere Koranlesung in Zürich bereitet allen Beteiligten große Freude (so haben wir letzten Sonntag deshalb eine extra Lesung gemacht) und es ist immer sehr erfrischend, da viele Themen besprochen werden und bemerkt wird, wie tief die Verse des Koran doch gehen. Dabei kam zum Beispiel auch zur Sprache, dass der Koran offen mit der Sexualität umgeht und von uns will, Weiterlesen

Ein Land mit 72 Millionen potentiellen Hodschas (Theologen)

Die Türken sind wahrhaftig ein sehr interessantes Völkchen. Ein Türke zu sein ist für mich selbst eine echte Ehre. Türkisches Blut in mir zu haben erfüllt mich mit Stolz und Freude. Doch so manches Mal kann ich nicht anders als über die meisten meiner Landesgenossen zu schmunzeln oder den Kopf zu schütteln.

Es ist kein Geheimnis, dass die Türken ein in der Mehrheit sunnitisch-muslimisches Volk sind. Nicht nur das, sie sind auch im allgemeinen „potentielle Anwärter“ als Theologen, die den Glauben dem Anschein nach am besten kennen. Ich bin persönlich der Meinung, dass man als Muslim auf jeden Fall den Koran ernst nehmen und ihn auch lesen sollte. Ansonsten sollte man sich nicht als Muslim bezeichnen. Wenn man von Nichtmuslimen nach Begründungen für diese oder jene Regel gefragt wird, sollte man mit Koranversen antworten können. Aus dem Stand heraus. Jedoch machte ich auch die Erfahrung, dass gerade dieses Können oft in meinem Gegenüber ein mulmiges Gefühl erzeugt. Es ist am Gesicht abzulesen, was gedacht wird: der treibt es doch zu weit in seiner Religion!

Im Anschluss entstehen dann Gespräche, die sich immerzu wiederholen. Es spielt lediglich eine Rolle, Weiterlesen

Sichtweise

Zwei Gefangene sahen durch Gitter in die Ferne.
Der eine sah nur Schmutz, der andere die Sterne
.
(unbekannt)

Ist somit alles nur eine Frage der Sichtweise?

Was sehe ich wenn ich sehe?
Sehe ich den Schmutz, oder sehe ich die Sterne?

Was höre ich wenn ich höre?
Höre ich nur die Misstöne des Schmutzes oder lausche ich der Melodie der Schönheit?

Was fühle ich, wenn ich fühle?
Lasse ich mich vom Schmutz berühren oder von der Schönheit überwältigen ?

Der Schmutz ist genauso wahr wie die Schönheit und auch das Grau im Leben ist wichtig, denn nur dort kommen die bunte Farbtupfer des Lebens zur Geltung. In einem bunten Bild wären sie nicht zu erkennen und nichts Besonderes. Im Grau leuchten sie auf und können uns positiv berühren und Freude schenken. Dann liegt es allein an mir, ob ich auf die Farbtupfer sehe ,oder meinen Blick im Grau verharren lasse.

Mein Feind das “Ich”

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verworfenen Teufel
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Einen Moment. Wieso suche ich Zuflucht vor dem verworfenen Teufel? Hab ich den Satz soeben überhaupt bewusst gefühlt, gelesen und verstanden? Was hat der Teufel mit meinen Gedanken zu tun? Was macht den Teufel aus, so dass er der Verworfene ist und ich ihn als meinen Feind sehen sollte? Was ist sein Wesen? In diesem Artikel geht es zusammengefasst um Folgendes:

Ihr größter Feind ist Ihr eigenes Selbstbild. Ihr „Ich“.

Das „Ich“ ist der beste Betrüger, den man sich vorstellen kann. Weil man es nicht sieht, hört oder schmeckt. Denn „den ärgsten Feind findet man dort, wo man ihn zuletzt erwartet.“ Das Problem ist, dass sich das „Ich“ dort versteckt. Nämlich in Ihnen selbst. Es verkauft seine Gedanken als die Ihren. Seine Gefühle als die Ihren. Sie halten es für sich! Und der größte Betrug ist, dass es Ihnen vorgaukelt: „Ich bin du!“ Weiterlesen

Ein wenig gedichtig

von Nurudin H.

Und wolltet ihr die Worte eures Herrn aufschreiben,
und diente hierzu auch ein ganzes Meer,
so würden zahllos viele Verse ungeschrieben bleiben,
da würde euch das Tintenfass schon leer.

So suchet nicht nach Helfern außer Ihm,
denn Er ist es, Der frei gibt und bemisst,
und Der euch lehrt, dass: „Alif, Lam, Mim,
an Seinem Buch in keinem Fall ein Zweifel ist.“
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