Nicht nur der zur Reflexion unbequeme Durchschnitt der Gesellschaft meint auf Grundlage fragwürdiger Publikationen, die Gefahr aus dem Morgenland erkannt zu haben, sondern auch in deutschen Hörsälen fabulieren Professoren offen über die Kompatibilität verschiedener Kulturen und sehen das christliche Abendland am Rande des islamischen Abgrundes, den man nur mit einer überzeugenden und schlagfertigen Leitkultur überbrücken könne.
Denn schließlich seien es ja stets die Gäste, die sich dem großzügigen Gastgeber anzupassen haben, welcher doch immerhin so großzügig sei, das Geschenk der modernen Zivilisation mit anderen Kulturen zu teilen. Kurzum: Her mit der deutschen Leitkultur! Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Grob gedacht
Das Streicheln der Seele
Siehst du nicht, wie Gott das Gleichnis vom guten Wort anführt? Er vergleicht das gute Wort mit einem guten Baum, dessen Wurzeln fest in der Erde liegen und dessen Äste hoch in den Himmel ragen. Er trägt seine Früchte mit Gottes Erlaubnis zur bestimmten Zeit. Gott führt Gleichnisse für die Menschen an, damit sie sich Gedanken machen. Ein schlechtes Wort aber ist wie ein schlechter Baum, der aus der Erde entwurzelt ist und keine Festigkeit hat.
(Koran 14:24-26)
Frieden,
Unsere Koranlesung in Zürich bereitet allen Beteiligten große Freude (so haben wir letzten Sonntag deshalb eine extra Lesung gemacht) und es ist immer sehr erfrischend, da viele Themen besprochen werden und bemerkt wird, wie tief die Verse des Koran doch gehen. Dabei kam zum Beispiel auch zur Sprache, dass der Koran offen mit der Sexualität umgeht und von uns will, Weiterlesen
BITTE und DANKE
Diese beiden Worte sind sehr wichtig für eine gute Kommunikation. Sie drücken Wertschätzung aus und gestalten unseren Alltag und den Umgang miteinander freundlicher. Viele mögen sie als reine Höflichkeitsfloskeln ansehen, aber ein ehrliches “Bitte” und “Danke”, kann viel Positives bewirken – auch bei uns selbst.
Grenzen überwinden
Grenzen können Sicherheit geben und sie können begrenzen. Oft ist diese Sicherheit jedoch nur eine vermeintliche Sicherheit und zu viele Grenzen hindern uns an der Weiterentwicklung. Deshalb sollten wir hin und wieder wagen, Grenzen zu sprengen. Grenzen, die wir uns selbst und Grenzen, die uns andere gesetzt haben. Spätestens wenn wir uns wie in einem Käfig, wenn wir uns begrenzt und von andern Menschen getrennt fühlen, ist es nötig diese Grenzen zu hinterfragen und sie zu verschieben. Wagen neue Wege zu gehen, neu zu denken und dazuzulernen, neu zu handeln, hinter die Grenzmauern zu blicken und Ängste zu überwinden. Ängste, die oft aus Unwissenheit und Vorurteilen entstehen. Grenzen fordern uns heraus, im Überwinden wachsen wir.
Hinter dem Horizont gehts weiter ….
Ist Schweigen immer Gold?
Ein bekanntes Sprichwort zum Schweigen und Reden lautet:
Reden ist Silber und Schweigen ist Gold
Ist schweigen wirklich immer Gold? Auch beim Gold gibt es eine Karätigkeit und “an seinem Feingehalt muss alles abgezogen werden, was heute an Vorsicht, Müdigkeit, Resignation, Feigheit und Angst ist” (Wilhelm Schloz)
Das ist richtig, denn schweigen ist nicht grundsätzlich immer positiv zu bewerten, es kann sowohl gut, als auch schlecht sein, genauso wie das Reden. Wenn ich zum Beispiel schweigend zuschauen würde, wie jemandem Unrecht geschieht, wäre das Schweigen falsch. Der Grund des Schweigens könnte Angst, Resignation, Gleichgültigkeit oder schweigendes Zustimmen sein. Hier wäre es besser zu reden, sich einzumischen um zu helfen, aufzurütteln und zu unterstützen.
Schweigen kann auch einfach “keine Lust haben” bedeuten, Desinteresse oder Bequemlichkeit sein oder auch Betroffenheit ausdrücken. Es gibt viele Gründe für das Schweigen und jeder muss einzeln betrachtet werden.
Unerlässlich ist das Schweigen jedoch immer beim richtigen Zuhören. Denn nur wenn ich schweige – auch in Gedanken – kann ich mich ganz auf meinen Gesprächspartner einlassen und richtig hin- und aktiv zuhören.
Es kommt also darauf an die richtige Mischung zwischen beidem zu finden. Zu schweigen oder zu reden, wo und wann es jeweils angebracht ist. Das ist nicht immer einfach und bedarf der Achtsamkeit.
Staunen
Die Menschen reisen in fremde Länder
und staunen über die Höhe der Berge,
die Gewalt der Meereswellen,
die Länge der Flüsse,
die Weite des Ozeans,
das Wandern der Sterne.
aber sie gehen ohne Staunen
aneinander vorbei.Aurelius Augustinus
Können wir noch Staunen und was lässt uns staunen? Diese Frage lässt sich natürlich nicht allgemein sondern nur individuell beantworten, aber wenn wir staunen, dann ist es doch meist so, wie es in dem Zitat von Aurelius Augustinus beschrieben ist. Wir staunen über so vieles in der Welt, aber an unseren Mitmenschen gehen wir oft achtlos vorbei.
Aber sind nicht auch unsere Mitmenschen zum Staunen?
In ihrem Leben, ihrem Wesen, ihrer Vielfalt und ihrem Sein. Manche Menschen sind sich ähnlich und doch ist keiner ganz gleich. Jeder ist ein Individuum mit eigenen Vorlieben, Interessen, Gedanken, Talenten und eigenem Aussehen. Manches ist sofort erkennbar, anderes muss entdeckt werden. Wenn wir versuchen den MENSCH hinter dem äußeren Menschen zu sehen, werden wir bestimmt vieles entdecken, das auf dem ersten Blick nicht erkennbar war und ich bin mir sicher, dass uns so manches in Erstaunen versetzen wird.
Möglichkeiten des Augenblicks
Ein Tag ist aufgeteilt in 24 Stunden, das entspricht 1.440 Minuten oder 86.400 Sekunden. Wie viele Augenblicke und Momente darin enthalten sind, ist schon schwieriger zu bestimmen, denn was ein Augenblick ist und wie lange er andauert, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Aber ich denke es sind sehr viele und jeder dieser Augenblicke ist etwas Besonderes, ein Geschenk. Er kommt und geht vorbei, oft ein kurzer Moment nur, und birgt doch so viele Möglichkeiten. Ich kann diese Möglichkeiten vorbeigehen lassen oder ergreifen, ganz wie ich mag. Wie auf einem richtigen Weg, komme ich auch auf meinem Lebensweg immer wieder an Abzweigungen oder Kreuzungen, an welchen ich mich entscheiden muss in welche Richtung gehe und welchen Weg ich nehme. Jeder Augenblick kann solch eine Kreuzung oder Abzweigung sein. In jedem kann ich mich neu entscheiden, ob ich auf meinem jetzigen Weg bleiben oder eine neuen einschlagen will. Jeder Augenblick birgt die Fülle eines ganzen Lebens. Wichtig ist jedoch, ihn bewusst zu leben und achtsam zu sein, um ihn in seiner Einmaligkeit und mit allem was er bereithält, zu erfassen.
Lebe den Moment, denn er ist schnell vergangen
und lässt sich nicht für Geld noch Gold
so, wie er war, noch einmal fangenGwendolyn Brooks
