Ist es vernünftig zu glauben?

Die Welt und unser Leben sind ständigen Veränderungen auf allen Ebenen unterworfen. Was heute noch gilt kann morgen schon falsch sein. Auf was ich heute vertraue, auf was ich mich verlasse, kann morgen schon erschüttert werden. Auch uns selbst erleben wir oft als unzuverlässig. So unterliegen wir beispielsweise oftmals Stimmungsschwankungen , die uns verunsichern können oder die wir als widersprüchlich empfinden. So manches Mal müssen wir feststellen, dass wir es nicht immer schaffen uns an unsere guten Vorsätze oder unsere eigenen Vorgaben zu halten.

In jedem von uns schlummert aber sicher der Wunsch auf etwas vertrauen zu können, sich auf etwas oder jemanden verlassen zu können. Kann uns der Glaube an Gott diese Sicherheit bieten oder ist es unvernünftig zu glauben?

Auch diejenigen, die sagen Gott existiere nicht, glauben im Grunde etwas, nämlich an die Nichtexistenz Gottes. Aber weder die Nichtexistenz Gottes noch Seine Existenz sind letztendlich wirklich beweisbar. Ist da der Glauben an eine Nichtexistenz Gottes unbedingt vernünftiger, realistischer, wie viele meinen? Wenn also weder der Gläubige Gott beweisen, noch der Nichtgläubige Gottes Nichtexistenz beweisen kann, müssen wir uns ehrlicherweise darauf beschränken, entweder zu sagen „Ja, ich glaube an Gott, für mich ist es vernünftig an Ihn zu glauben, für mich ist Gott real“ oder aber: „für mich ergibt der Glauben keinen Sinn, ich kann nicht glauben, bin nicht sicher, ob es einen Gott gibt, Gott passt nicht in mein Weltbild, er ist für mich nicht real“

Wir alle, auch diejenigen die nicht an Gott glauben, glauben und vertrauen im Alltag ständig auf etwas. Ist dieses immer so viel realistischer als der Glaube an Gott? Hierzu einige Beispiele:

Wir vertrauen z.B. in die Wissensschaft, aber auch sie kann nicht alle Probleme lösen, alle Krankheiten heilen, jede Katastrophe verhindern. Wenn wir jemanden etwas leihen vertrauen wir darauf es wieder zu bekommen, aber auch hier werden wir so manches Mal enttäuscht. Wir vertrauen Ärzten und glauben, dass sie uns helfen und heilen können, was aber leider nicht immer der Fall ist. Wenn wir Auto fahren, vertrauen wir darauf, dass sich alle Verkehrsteilnehmer an die Vorschriften halten. Dem ist aber nicht immer so. Wenn ich in ein Flugzeug steige vertraue ich zum einen darauf, dass die Technik sicher ist und zum andern, dass der Pilot sein Handwerk versteht, aber sowohl die Technik kann versagen als auch der Mensch Fehler machen. Wir vertrauen darauf, dass sich die Naturgesetze nicht plötzlich ändern, aber wissen wir es mit Sicherheit, dass dies nicht passiert? Dies sind nur einige wenige Beispiele, die aufzeigen, dass wir täglich auf Dinge oder Menschen vertrauen, die unserem Vertrauen aber nicht immer gerecht werden. Und trotz aller dieser Unsicherheiten müssen wir immer wieder auf etwas oder jemanden vertrauen oder glauben. Wieso sollte es da unvernünftig sein an eine Existenz Gottes zu glauben und auf Ihn zu vertrauen?

Nun mögen einige zu Recht fragen „an welchen Gott?“ Wenn es doch nur diesen Einen Gott gibt, warum gibt es so viele unterschiedliche Glaubensrichtungen, die sich teilweise sogar widersprechen. Wir müssen hier unterscheiden. Unser Verständnis von Gott resultiert aus unseren Lebenserfahrungen und aus Gelerntem, ist nicht fest und ändert sich meistens im Laufe des Lebens. Auch innerhalb unseres Glaubens müssen wir uns immer wieder entscheiden, nachdenken, abwägen, was plausibel ist. Uns sollte auch bewusst sein, dass jeder wahrscheinlich nur Teilwahrheiten kennt und diese erst zusammen ein ganzes Bild ergeben. Aber all das ändert nichts an Gott selbst. Wenn es Gott gibt, wovon ich persönlich überzeugt bin, dann gibt es Ihn, egal ob wir an Ihn glauben oder nicht, auf welche Art wir an Ihn glauben, wie wir Ihn uns vorstellen, ob wir Ihn beweisen können oder nicht.

Ich halte auch die Frage, woher unsere Werte kommen, für sehr wichtig. Jeder Mensch bewertet täglich, muss abwägen was gut ist oder schlecht, richtig oder falsch. Woher kommt das? Sagt uns das der Verstand? Aber woher kommt letztendlich der Verstand? Was beeinflusst unseren Willen und woher kommen unsere Gedanken? Auch das Denken an sich beruht auf Annahmen, die wir bewusst oder unbewusst tätigen.

Unsere Welt ist sehr komplex, alles ist perfekt aufeinander abgestimmt – ist das alles nur Zufall? Ist es nicht ein minder großer Glauben, dies alles als Zufall anzusehen?

Glaube kann zwar nicht wissenschaftlich belegt werden, aber auch die Wissenschaften geben uns letztendlich keine Antworten auf Fragen wie: „Was ist der Sinn?“ „ Wer bin ich?“, „Woher komme ich?“, „ Warum bin ich hier?“

Wissenschaft ist wichtig, sie erklärt uns unsere Welt, die Naturgesetze und wie sie funktionieren, aber sie kann nicht wirklich erklären was letztendlich die Ursache von allem ist.

Welche Sicherheit erlangen wir durch den Glauben? Wenn wir nachdenken kommt es oft zu einem Konflikt zwischen unserem Verständnis und dem uns überlieferten Glaubenssystem. Wir beginnen zu hinterfragen oder vielleicht auch einmal zu zweifeln, aber genauso ist auch der nicht an Gott Glaubende Zweifeln unterworfen. Es ist also egal welche Sicht wir vertreten, Zweifel sind immer vorhanden. Das muss aber nicht negativ sein, denn der Zweifel bringt uns oft dazu, dass wir uns tiefer mit unserem Glauben auseinandersetzen. Dies kann dazu führen, dass unser Glaube noch fester wird, aber natürlich auch, dass er sich ändert und wir vielleicht unsere Religion wechseln, oder dass wir ganz von unserem Glauben abfallen. Das gilt in gleicher Weise umgekehrt natürlich auch für den Nichtgläubigen.

Auch wenn wir Gott letztendlich nicht beweisen können, so entspringt auch der Glaube, wenn es kein blinder Glaube ist, aus der Vernunft und ist sicher mit dem Verstand zu vereinbaren. Der Glauben ist meines Erachtens eine Haltung, das Vertrauen, dass alles einen Sinn hat, auch wenn wir diesen nicht immer, oder vielleicht erst später verstehen.

Letztendlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden, abwägen, nachdenken und zu einem Ergebnis kommen. Für mich ist der Glaube an Gottes Existenz vernünftig. Er gibt mir Halt im Leben, das voller Unsicherheiten und Veränderungen ist. Auch wenn ich Gott nicht sehen kann, so kann ich Ihn doch erfahren, etwas von Ihm erkennen in den Naturgesetzen und mit meinem Verstand in Einklang bringen.

Groß sind die Werke des Herrn; wer sie erforscht, der hat Freude daran
Bibel, Psalm 111,2

Und Er hat euch von sich aus alles dienstbar gemacht, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Darin sind Zeichen für Leute, die nachdenken
45:13, Koran

Der Glaube an Gott als den Ursprung der Wirklichkeit, in der wir leben, widerspricht meines Erachtens nicht den wissenschaftlichen Theorien und Erkenntnissen. Gott ist die Kraft, die alles durchdringt.

4 Gedanken zu “Ist es vernünftig zu glauben?

  1. Moechte gerne wissen, von welchem Gott Sie da reden.

    Ist es Jahwe, die Nummer 1,
    Der Tyrann.dem man an einem Tag 22 000 Rinder und 120 000 opfern musste? (1 Könige 8, 63.) (Laut Experten eine Tierquälerei.) Er stiftet seine Leute an: Zu Völkermord (1Samuel 15:3), zu Brudermord (2. Mose 32:27-2), zu Kannibalismus (3. Mose 26:29), zu Raub und Diebstahl (2. Mose 3:22), zur Sklavenhaltung (3. Mose 25:44-46) und er verlangt Menschenopfer. Deinen ersten Sohn sollst du mir geben. (2. Mose 22,29), und er verkauft seine Leute in die Sklaverei für 20 Jahre. (Richter 4,2.) etc. Ganze Vierhundert dreißig Jahre kümmert sich Jehova nicht um sein Volk und lässt sie in der Gefangenschaft darben. Und was hat er da wieder angestellt? „Und in dieser Nacht fuhr aus der Engel des HERRN und schlug im Lager von Assyrien einhundertfünfundachtzigtausend Mann. Und als man sich früh am Morgen aufmachte, siehe, da lag alles voller Leichen.“ (2 Könige Kapitel 19.35.) Dutzend weitere Holocaust-verbrechen werden diesem Tyrann zugeschrieben. Kleines Detail: Als in seinem Namen Millionen von Menschen lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt und in Auschwitz vergast wurden, wo war er da? Letztes Jahr sind in Afrika acht Millionen Kinder verhungert. Hat er einen Finger gerührt? Tränen will er ihnen abwischen. Was machen die Christen dagegen? Sie beten, und warten und trinken Tee und schweigen.

    Nummer 2 Allah.
    Ist es der Gott, dem jedes Jahr in Mekka einige Millionen von Stieren und Kälbern und Schafe geopfert werden. Weil Gott damals seinen Knecht Abraham prüfen wollte, ob er ihm noch gehorsam wäre, befahl er ihm, seinen Sohn zu opfern, deshalb werden heute diese blutigen Rituale durchgeführt.

    Nummer 3 El Schaddai.“ Gott redete mit Mose und sprach zu ihm:“ Ich bin Jahwe. Ich bin da. Ich bin Abraham, Isaak und Jakob als El-Schaddai (Gott, der Allmächtige) erschienen, aber unter meinem Namen Jahwe habe ich mich ihnen nicht zu erkennen gegeben.“ (2. Mose 6.2-3) „ Ich bin Gott, der El Schaddai, der verworfene Engel.“ (1.Mose 17.1) Dieser Vers wird in der deutschen Bibelübersetzung (Luther) etc. mit „der Allmächtige“ oder „der Herr“ wiedergegeben. Jesus sagte zu den Juden :”Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel“ (Johannes 8.44.) Wenn eine Firma oder eine Person etwas zu verbergen hat, so wechseln sie immer wieder den Namen, und der richtige wird verschwiegen. War das damals auch der El Schaddai, der damit dem Moses auf dem Berg dieses Versteckspiel trieb und sich hinter einem künstlichem brennenden Busch versteckte? Als er ihm dann einen Auftrag fürs ganze Leben gab, sagte er ihm nicht einmal seinen Namen. Von Spesen und Lohn für dieses große Unternehmen war auch nicht die Rede. Daher weigerte sich Moses ja zuerst zu gehen.“ Der* ich bin der ich bin* hat mich nach Ägypten geschickt“ So musste er das seinen Leuten erklären, und von seinem Schwiegervater die Mittel für die Reise verlangen. Dürfte zutreffen. (2. Mose 3.4-6)

    Nummer 4 Der Wüstengott.

    Und Aaron soll einen Stier, sein Sündopfer, darbringen, daß er für sich und sein Haus Sühne schaffe, i 7und danach zwei Böcke nehmen und vor den HERRN stellen an der Tür der Stiftshütte 8und soll das Los werfen über die zwei Böcke: ein Los dem HERRN und das andere dem Asasel, 9und soll den Bock, auf welchen das Los für den HERRN fällt, opfern zum Sündopfer. 10Aber den Bock, auf welchen das Los für Asasel fällt, soll er lebendig vor den HERRN stellen, daß er über ihm Sühne vollziehe und ihn zu Asasel in die Wüste schicke. 3. Mose 16, 11. (Tierquälerei) Aber er hat auch dem Abraham seine Magd mit seinem Sohn in die Wüste geschickt. Der Sündenbock wäre hier eher der mit Gütern gesegnete Abraham, weil er es mit seiner Magd getrieben hatte und diese dann mit seinem eigenen Sohn wie ein überdrüssiger Hund in der Wüste aussetzte. O du lieber Gott. Aber Befehl ist Befehl, auch wenn es heisst, den einen Sohn in die Wüste zu schicken, und der andere zu opfern! (1 Mose 21/10.,1 Mose22/10)

    Jetzt bin ich mit meinem Latein am Ende. Im Hinduismus sind etwa noch weitere Sechzig tausend Götter erwähnt, da möchte ich jetzt davon absehen, diese alle namentlich zu erwähnen. Bleiben wir bei diesen vier.pateralbi

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    Registriert: Montag 4. April 2011, 12:44
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    • Hallo und Frieden,

      Zitat:

      „Moechte gerne wissen, von welchem Gott Sie da reden.“

      Ganz einfach: An den Einen Gott, es gibt nur einen Gott (5. Mose, 4:35, Jesaja 45:5-8, 5. Mose, 6:4 , Jesaja, 44:6 / Koran 28:88, 2:163-164, 2:255, 6:3 … u.v.m.)

      In den Schriftem ist es nötig alles zu lesen und sich intensiv damit zu beschäftigen und nicht nur einzelne Textpassagen heraus zu picken, sondern auch hinter die Aussagen zu blicken. Was war zu dieser Zeit, was ist passiert, warum ist etwas passiert, was ist die Konsequenz, was will uns dieser oder jener Text sagen, usw. Haben Sie die ganze Bibel und den ganzen Koran gelesen, am besten in verschiedenen Übersetzungen, versucht zu verstehen und die Zusammenhänge zu durchschauen? Versucht offen zu lesen, ohne jedes Vorurteil und einseitige Haltung? Dann hätten Sie auch solche Dinge entdeckt wie sie z.B. hier stehen:

      Bibel: 2. Mose 20,6 / 5.Mose 4,31 / Psalmen: 86,15 /Psalm 103,8/ Psalm 116,5 / Psalm 145,8;13;17/ Hos 12, 7 / 2.Chr. 30,9 Lukas 1,50 / Luks 6,36 / 1. Joh. 4,16 / Matthäus 7,7-11 / Lukas 1, 78-79 / Markus 12,33/ Römer 1:19-21 / Galater 5:22 …..
      Koran: 2:286 / 3:18 / 5:2 / 5:16 / 6:12/ 6:54/ 7:156 / 13:28 / 17:36 / 26:217/ 27:11 / 32:22 / 41:32 / 42:40 / 42:43 / 58:14 / 85:14 / …..

      und noch so viele mehr, dies war nur ein kleiner Ausschnitt aus den Schriften

      In Frieden,
      Kerstin

  2. Frieden miteinander.

    Die Frage „Ist es vernünftig zu glauben?“ richtet sich an den Verstand, der eigentlich nur logisch arbeiten kann. Da aber weder die Frage der Existenz noch der Nichtexistenz Gottes eindeutig geklärt werden kann, kann der Verstand keine eindeutige Entscheidung treffen. Zum Glück hat uns aber unser lieber Gott, und ich setze nun seine Existenz stillschweigend voraus, mit Gefühlen ausgestattet. Wer einmal die Liebe kennen gelernt hat, der weiß, wie stark dieses Gefühl sein kann. Die Liebe ist in der Lage, sehr viele negative Dinge zu überwinden. Die Liebe kann sogar so stark sein, dass sie den Tod überwindet. Der Verstand kann nicht über den Tod hinaus arbeiten, aber die Liebe kann es. Wenn wir uns hier und jetzt die Kraft der Liebe bewusst machen, dann erreichen wir etwas, was uns der Verstand nicht geben kann: Wir gewinnen einen gesunden Optimismus, mit dem wir durchs Leben gehen können, und der unserem Leben eine positive Gestaltung ermöglicht. Diese Kraft der Liebe rührt von Gott, und wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann spüren wir dies auch.

  3. Frieden miteinander!

    Ja, ich kann auch nur glauben und spüren, dass die Kraft der Liebe Gottes Wesen ist.

    Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Diese Liebe ist Gottes Auftrag an uns Menschen . Wenn uns dieser Auftrag gelingt, wird das ökumenische Anliegen der Kirchen: „Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung“ kein frommer Wunsch bleiben, denn zu meinem Nächsten gehört auch die Natur in der ich mich bewege und atme.

    Ich wünsche einen nachdenklichen Advent und danach die Menschwerdung Gottes im Herzen!

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