Schenken

Das Geschenk

Auf einer der größeren Inseln vor der Küste lebte ein Schüler, der seiner Lehrerin eine ganz besonders geformte Muschel schenkte.
Sie dankte ihm erfreut und bemerkte: „Ich habe noch nie eine so wunderbare Muschel gesehen, sie ist ganz außergewöhnlich schön! Wo hast du sie denn gefunden?”
Der Schüler erzählte ihr von einer versteckten Stelle am anderen Ende der Insel und dass dort hin und wieder solch eine Muschel angeschwemmt werden würde.
„Ich danke dir nochmals von Herzen. Aber du hättest doch keinen so weiten Weg machen sollen, nur um mir etwas zu schenken.” Darauf antwortete der Schüler: „Aber der weite Weg ist doch ein Teil des Geschenks …”

(Verfasser unbekannt)

Ich mag diese Geschichte, denn sie zeigt meines Erachtens sehr gut, was den wirklichen Wert eines Geschenks ausmacht. Der Junge schenkt nicht nur eine besonders schöne Muschel, sondern auch “den weiten Weg”, den er dafür gegangen ist. Er hat hat somit auch ein Stück von sich selbst hineingelegt. Der Weg, der Teil des Geschenkes ist, beinhaltet Zeit, Mühe, Achtsamkeit und Liebe und das macht das Geschenk so überaus wertvoll. Er hat nicht irgendetwas gekauft oder die erstbeste schöne Muschel am Strand ausgesucht – nein, er ist bis an das andere Ende der Insel gelaufen, weil er wusste, dass dort hin und wieder solch eine besonders geformte Muschel angeschwemmt wurde. Und nur solch eine und keine andere wollte er seiner Lehrerin schenken. Dafür war ihm weder Weg zu weit, noch die Anstrengung und der Zeitaufwand zu groß. Wie viel Liebe und Zuwendung liegt darin! Solch ein ein Geschenk ist etwas Unbezahlbares, etwas, das man sich nicht selbst kaufen kann. Alles was von Herzen kommt, schenkt nicht nur dem Empfänger Freude, sondern auch dem Gebenden. Zum Schenken braucht es auch keinen bestimmten Anlass, wie Geburts- oder sonstige Festtage.

„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Beziehung“ (Virgina Satir)

Man kann jedem Menschen täglich etwas schenken. Zum Beispiel ein wenig Zeit, ein gutes Wort, einen Brief, ein Lächeln, einen Gedanken, eine Umarmung, Zuhören, Aufmerksamkeit, ein Gespräch und vieles mehr. Und werden nicht auch wir täglich reich beschenkt, einfach so?

Psalm 104,24 – HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.

16:18 – Wenn ihr Gottes Gaben zählen wolltet, würdet ihr sie nie erfassen können. Gott ist allverzeihend, allbarmherzig

 

4 Gedanken zu “Schenken

  1. Liebe Kerstin!

    sehr schöner Artikel und während des Lesens war mir, als erhielte ich ein Geschenk. Ich danke Dir herzlichst dafür!

    Herzlichst Songül

    • Salam und danke liebe Songül!
      Es freut mich sehr, dass dir der Artikel das Gefühl eines Geschenks vermittelt hat.
      Liebe Grüße,
      Kerstin

    • Danke liebe Priska 🙂
      Und diese Geschichte vom unbekannten Verfasser passt so wunderbar zu der realen Geschichte die du mit dem Kind in der Tagi erlebt hast. Da hatdir jemand etwas geschenkt und sich selbst und seine ganze Liebe in das Geschenk hineingelegt. Ist das nicht wundervoll? Ich freue mich mit dir 🙂
      herzliche Grüße
      Kerstin

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