Mein Feind das “Ich”

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verworfenen Teufel
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Einen Moment. Wieso suche ich Zuflucht vor dem verworfenen Teufel? Hab ich den Satz soeben überhaupt bewusst gefühlt, gelesen und verstanden? Was hat der Teufel mit meinen Gedanken zu tun? Was macht den Teufel aus, so dass er der Verworfene ist und ich ihn als meinen Feind sehen sollte? Was ist sein Wesen? In diesem Artikel geht es zusammengefasst um Folgendes:

Ihr größter Feind ist Ihr eigenes Selbstbild. Ihr „Ich“.

Das „Ich“ ist der beste Betrüger, den man sich vorstellen kann. Weil man es nicht sieht, hört oder schmeckt. Denn „den ärgsten Feind findet man dort, wo man ihn zuletzt erwartet.“ Das Problem ist, dass sich das „Ich“ dort versteckt. Nämlich in Ihnen selbst. Es verkauft seine Gedanken als die Ihren. Seine Gefühle als die Ihren. Sie halten es für sich! Und der größte Betrug ist, dass es Ihnen vorgaukelt: „Ich bin du!“ Weiterlesen

Menschen vertrauen?

Psalm 146, 3-4
“3.Vertrauet nicht auf Fürsten, auf den Menschensohn, bei dem nicht Hilfe ist. 4.Ausgeht sein Odem, er kehrt zurück in seine Erde. An gleichen Tage sind hin seine Ratschläge.”

Viele Menschen, gerade die christlich geprägten, werden bei diesem Vers wohl über die “Herabwürdigung” der Ratschläge “des Menschensohnes” stutzen, denn bekanntlich ist dies eine Bezeichnung, die auch Jesus zugeschrieben wurde und viele Christen werden besagten Vers aus diesem Wissen heraus irgendwie in Verbindung mit Jesus bringen wollen.
Der Gedanke ist durchaus logisch, aber nicht umsonst wird man stutzig.

Der “Fehler” liegt im künstlerischen Ausdruck “Menschensohn“.
Im hebräischen Originaltext heißt es nämlich בן-אדם – “Ben Adam“, was nichts anderes bedeutet als “Sohn Adams“. Da Adam als erster Mensch gilt, zieht man beide Worte einfach zu “Menschensohn” zusammen.
Der Menschensohn ist folglich jedoch nichts weiter als ein Nachfahre Adams, also ein ganz gewöhnlicher Mensch.
Der Vers bezieht sich daher nicht auf irgendeinen Heiland, sondern auf den Fürsten(ein weltlicher Herrscher), der zwar manch gute Ratschläge zu geben weiß, jedoch nur ein gewöhnlicher Mensch ist, wie auch all die anderen Menschen, die sich vielleicht an ihn wenden mögen.

Aus der sozialen Stellung eines Menschen schlussfolgern wir oftmals automatisch bestimmte Fähigkeiten, die ihm zu jener Position verholfen haben müssen und daher wenden wir uns in gewissen Situationen verständlicherweise an solche Menschen, denen wir aufgrund ihrer Position ein Know-How für unser Problem zutrauen.
Es zeugt natürlich von Stärke, Schwächen einzugestehen und Rat zu erbitten. Doch wir dürfen nie vergessen, dass auch der Ratgeber in seinen Mitteln und Fähigkeiten bedingt ist, dass auch er nur ein Mensch mit Neigungen, Stärken, Schwächen und Problemen ist, er sich also folglich trotz allen Anscheins irren kann. Seine Existenz sowie seine Ratschläge sind vergänglich, wie auch wir es sind. Vers 4 betont das sehr schön, dass auch der “Sohn Adams” zurück zur Erde geht. Denn was bedeutet eigentlich “Adam”? Erdling(aus Erde gemacht)!
Vor G’tt stehen wir also doch alle auf einer Stufe, und wenn wir gar keinen Ausweg mehr finden, ist er es, den wir um Rat bitten können.

Selbstgefälligkeit der Moral

Eine Grundlage der frühkindlichen Erziehung, und noch weit darüber hinaus, bildet neben der emotionalen Fundierung des Menschen, welche von Fall zu Fall unterschiedlich Erfolgsstufen erreicht, vor allem auch die Vermittlung kultureller Grundprinzipien, die im Laufe des Heranwachsens verfeinert werden und schlussendlich eine Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander ermöglichen sollen.
Diese Vermittlung bezieht sich jedoch nur sekundär tatsächlich auf ideelle Gedankenwelten, sondern benutzt solche viel mehr als Mittel, um ein konkretes – und zwar erwünschtes – Handeln zu bewirken, welches sich zwar an vermittelten Werten orientiert, aber im Lichte der Bedeutsamkeit dennoch über ihnen steht, da der Wert als solches nicht näher bestimmt, erläutert und begründet, sondern als etwas absolut Gültiges in den Raum geworfen wird, nach dem man sich zwangsläufig und ohne weiteres Hinterfragen zu richten hat.
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Zum Neuen Jahr

Zwischen dem Alten
zwischen dem Neuen,
hier uns zu freuen,
schenkt uns das Glück.
Und das Vergangene
heißt mit Vertrauen
vorwärts zu schauen,
schaun zurück.
(Johann Wolfgang von Goethe)

2009 ist zu Ende gegangen und das neue Jahr hat begonnen. Ein neuer Kalender wird aufgeschlagen, vielleicht sind sogar schon neue Termine eingetragen. Bestimmt gehen aber bei den meisten von uns die Gedanken auch noch einmal zurück: Weiterlesen