Die Schweiz, Minarette, Faschismus und Integration

Was in der Schweiz geschehen ist, muss ich wohl nicht weiter zusammenfassen, denn im Vorfeld wie auch in der folgenden Berichterstattung haben sich die europäischen Medien ausführlich mit der Volksinitiative gegen den Bau von Minaretten in der Schweiz beschäftigt und das Ergebnis derselben sollte niemandem unbekannt sein.

Der türkische Ministerpräsident bezeichnet das Ergebnis nun als ein Zeichen von Faschismus.
Gut, nun ist Erdogan durchaus für überzogene Forderungen und Bemerkungen bekannt und auch in diesem Punkt neigt er zur Dramatisierung, doch im Kern der Sache liegt er nicht vollkommen falsch, denn ein Grundpfeiler einer jeden faschistischen Bewegung war und ist stets ein ausgeprägtes Feindbild. So wie es bei den deutschen Nationalsozialisten die Juden, Sozialisten, Kommunisten und Sozialdemokraten waren, sind es in Ungarn heute ebenfalls die Juden und Sozialisten, und in einem noch höheren Maße als im Nationalsozialismus die Roma. In der Schweiz, so könnte man(und das nicht nur auf Grundlage der Volksinitiative) meinen, hat man sich mit den Jahren auch einen Feind gebacken – den Muslim, oder, um es doch als bürgerlichen Ausdruck von Kritik zu verkaufen, den Islam.
Der Kabarettist Hagen Rether drückt es schon vollkommen richtig aus: Früher hieß das “Kanacken raus!” und kam aus der Unterschicht und heute nennt sich das “Islamkritik” und kommt von ganz oben.
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