Ein rational denkender Mensch, der in diesem Falle in der Regel auch noch Atheist sein wird, fragt sich zurecht, welchen Sinn religiöse Speisegesetze haben sollen – sei es die islamische Gesetzgebung oder die noch viel umfangreichere jüdische Kaschrut.
Vermutlich gibt es auch keinen Juden, der sich nicht schon einmal gefragt hat, warum es eigentlich ein Vergehen sein soll, ein Cordon Bleu zu essen.
Und eben dieser sich als rational denkend definierende Mensch wird als Erklärung wohl nur gesundheitliche Gründe gelten lassen, doch auf der Suche nach solchen Gründen wird wohl mit einiger Genugtuung scheitern und ein Jude, der dennoch meint, den Sinn der Kaschrut mit solchen Erklärungen rechtfertigen zu können, hat ebenso wie der Atheist nur wenig bis gar nichts über die Speisegesetze und deren Sinn verstanden.
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Archiv für den Monat November 2009
Islam und Nachhaltigkeit
Einige Dinge werden im Islam besonders großgeschrieben, so zum Beispiel die Wohltätigkeit. So kennt der Koran Begriffe wie Zakat oder Sadaqa, die im Prinzip auf eine Sache hinauslaufen: die Unterstützung derer, die ärmer sind, als wir selbst. Dies ist selbstverständlich ein ehrenwertes und populäres Ziel, welches sich eigentlich in jeder Religion finden läßt, ebenso wie derlei auch bei areligiösen Gruppierungen und Philosophien auf Anklang stößt. Daher gibt es auch zahllose Organisationen und Stiftungen, die sich die Unterstützung der Bedürftigen auf die Fahne geschrieben haben, wie im islamischen Bereich z.B. “Muslime-Helfen” oder “Islamic Relief”.
Mahnende Worte
Sie behaupten, unsere Erde gehört ihnen.
Seht Brüder, der Frühling ist da.
Die Sonne hat die Erde umarmt.
Bald werden wir die Kinder dieser Liebe sehen.
Jeder Same, jedes Tier ist erwacht.
Dieselbe Kraft hat auch uns geboren.
Darum gewähren wir auch unseren Mitmenschen
und unseren Freunden, den Tieren,
die gleichen Rechte wie uns, auf dieser Erde zu leben.
Aber hört Brüder. Weiterlesen
Moscheen – die Meinung eines Juden
Als Jude in Deutschland stimmt es mich traurig und beschämt es mich auch ein wenig, dass ausgerechnet ein Kind Israels – ebenfalls in Deutschland geboren und aufgewachsen – gegenüber einer anderen, wenn auch größeren Minderheit in diesem Land einen Ton anschlägt, der auf eben jenes Kind Israels in gleicher Weise zurückfallen könnte und es in der Vergangenheit bereits zwang, sich vor den Früchten einer solchen Rhetorik zu verbergen.
Es ist ein Ton der Verachtung, Intoleranz und einseitigen Informationsaufnahme mit dem der Journalist Ralph Giordano sich als jüdische Stimme lautstark gegen den Bau einer großen Zentralmoschee in Köln einsetzt. Dass er bei seinem engagierten Einsatz an wirklich wichtigen Fragen und Problemen, die tatsächlich und ohne jegliches Gutmenschentum diskutiert werden müssten, vorbeiredet und stattdessen eine unsinnige Logik propagiert, dass das kulturelle Selbstbewusstsein einer Minderheit mit der Ablehnung von Integration gleichzusetzen sei, kann und mag er nicht so recht einsehen. Weiterlesen